Autor: Stefan, 6. Juli 2008 um 17:37 Uhr
Der Trip von Koh Pha-Ngan nach Georgetown (Malaysia) war eher einer der unangenehmeren Momente meiner Weltreise. Wie der Titel schon andeutet war ich fast einen ganzen Tag unterwegs. Je nachdem, wie man es sieht, war es sogar noch mehr. Eigentlich wollte ich naemlich die Faehre frueh morgens nehmen, um abends dann ueber der Grenze zu sein. Dummerweise hatte aber die Faehre einen Unfall (angeblich) und ist daher ausgefallen. Die einzige Alternative war die Nachtfaehre, die 22 Uhr (um 20:30 ging das Taxi) ablegt. Also hatte ich erst einmal von 7 Uhr bis 22 Uhr Zeit totzuschlagen. Das geht ganz toll, wenn man ein Hotelzimmer hat, aber ich habe schon ausgecheckt und bin daher recht Ziel- und Planlos durch die Gegend geirrt.
Als die Nachtfaehre dann um 5 Uhr in Surat Thani angekommen ist, dachte ich mir, dass das schlimmste jetzt wohl vorueber ist. Haha, weit gefehlt: Erst einmal durfte ich erfahren, dass ich mal eben von einem VIP-Bus auf einen Minibus downgegradet wurde. Obendrein wurde ich noch zum ersten Mal auf meiner Reise richtig uebel abgezockt, weil ich zu doof und zu muede war, den Wechselkurs fuer Baht/Ringgit zu checken. Wieviel ich da zu viel gezahlt habe, behalte ich besser fuer mich. Das tut mir immernoch weh!
Dann ging die Fahrerei in einem gerammelt vollen Minibus (mit kaputter Klimaanlage) los. An der Grenze hatte ich dann noch zwei Stunden Aufenthalt, weil ich auf einen anderen Minibus warten musste. Der hatte dann wenigstens eine einigermassen funktionierende Klimaanlage. In Georgetown bin ich dann kurz nach 21Uhr angekommen (eine zusaetzliche Stunde Zeitverschiebung).
Was ich aus diesem Trip gelernt habe:
- Vertraue keinem thailaendischem Reisebuero, es sei denn man hat bereits gutes davon gehoert.
- Am besten die Trips selber planen und durchfuehren. Ist zwar in der Regel aufwaendiger, aber auch billiger und es gibt weniger Ueberraschungen.
- Bei allen Geldtransaktionen ueber 10 Euro gegenchecken, ob man nicht ueber den Tisch gezogen wird.
- Informationen nie unueberprueft lassen, wenn die Person von dem sie kommen, Profit daraus schlagen kann.
Das hoert sich zwar drastisch an, aber anders kann man es fast nicht sagen. Man bekommt gerne mal das Gefuehl ein wandelnder Bankomat fuer die ansaessige Bevoelkerung zu sein. Ich will ja nichts umsonst, aber ich hasse es ueber den Tisch gezogen zu werden! Genau das passiert einem aber staendig, wenn man nicht genau aufpasst.
Autor: Stefan, um 17:08 Uhr
In letzter Zeit war es etwas schwieriger, mein Blog auf dem neuesten Stand zu halten. Hauptsaechlich, weil das Internet auf Koh Tao und Pha-Ngan so extrem teuer ist. Da Reicht das Budget gerade mal dazu, schnell die Email zu checken.
Aber ueber Pha-Ngan gibt es eigentlich auch nicht viel zu sagen. Ich habe den Grossteil meiner Zeit am Strand verbracht (Had Rin, Sunrise Beach). Einen Tag hab ich mir mit zwei anderen Deutschen einen Roller gemietet und bin auf der Insel rumgefahren. An einem anderen Tag hab ich die Reggae-Boat-Tour gemacht, bei der man von Mittags bis Abends um die Insel geschippert wird und die schoensten Wasserfaelle, Straende und Schnorchelgebiete besucht.
Abends war erstaunlicherweise sehr wenig los. Man kann kaum glauben, dass tausende Leute an der Full-Moon-Party an diesem Strand zusammengepfercht sind! Als ich da war, hat sich alles auf zwei Kneipen mit Feuer-Artisten konzentriert.
Ausnahmsweise habe ich mir da auch mal einen ganz passablen Bungalow gegoennt. Hauptsaechlich, weil ich keine Lust hatte weiter den Berg hochzulaufen (wo die guenstigeren Behausungen sind). Die Aussicht vom Bungalow war hervorragend und man konnte den Sonnenuntergang aus der Haengematte auf der Terasse geniessen. So laesst es sich leben.
Preislich ist Koh Pha-Ngan gerade so an der Schmerzgrenze. Im vergleich zu Chiang Mai habe ich fast ueberall das dreifache bezahlt! Ich haette da locker noch ein paar Tage totschlagen koennen, aber mein Visum fuer Thailand war schon praktisch abgelaufen und die Zeit in Suedost-Asien auch. Daher hab ich beschlossen nach Malaysia weiter zu reisen (siehe naechster Post).
Autor: Stefan, 28. Juni 2008 um 06:33 Uhr
Hier ein kurzer Abriss, was die letzten Tage so passiert ist:
Aus Pai hab ich mir eine gehörige Magenverstimmung als Andenken mitgebracht. Da mein Flieger am nächsten Tag von Chiang Mai nach Surat Thani gehen sollte, hab ich erst einmal davon abgesehen, einen Arzt aufzusuchen, obwohl ich schon recht starke schmerzen hatte.
Am nächsten Tag gings mir schon besser und auf dem Flug hatte ich kaum Probleme mehr. Ich hab zum ersten mal in meinem Leben einen Fensterplatz ergattert und bin prompt nach fünf Minuten eingepennt (zumindest, bis mich die Stewardess etwas unsanft aus meinem Schlummer geweckt hat).
Weil mein Magen gegen Abend wieder schlimmer wurde, habe ich beschlossen, eine Nacht in Surat Thani zu bleiben, um mich ein wenig zu entspannen. Ansonsten gibt es keinen vernünftigen Grund für einen Aufenthalt in Surat Thani… Viel attraktives gibts da auf jeden Fall nicht zu sehen.
Am nächsten Tag habe ich dann einen Platz auf der Nachtfähre gebucht. Diese Fahrt war der reine Höllentrip. Vielen brauche ich nicht zu erklären, wie Schiffstoiletten in Thailand aussehen und alle anderen wollen es vermutlich auch nicht wissen. Zur Erinnerung: Ich hatte da noch immer noch meine “emfindliche Verdauung”.
Am nächsten Morgen in Ko Tao, war ich so im Eimer, wie schon lange nicht mehr. Weil ich da den Tauchkurs machen wollte, hab ich mich zur Sicherheit vom örtlichen Arzt checken lassen und der hat mich prompt einmal über den Tag in der Klinik behalten und mich mit Kochsalzlösung und Antibiotika vollgepumpt.
Langer Rede kurzer Sinn: Mittlerweile gehts mir wieder gut und ich mache meine Tauchkurs, was wirklich sehr viel Spaß macht.
Autor: Stefan, 22. Juni 2008 um 11:42 Uhr
Nach dem Verlust meines iPhones dachte dachte ich, dass vielleicht ein Tapetenwechsel angebracht ist und habe prompt den nächsten Bus nach Pai (ca. 160km nordwestlich von Chiang Mai) genommen.
Pai (sprich: bai) ist eine kleine Provinz (ca. 12000 Einwohner) in den Bergen. In der Hauptsaison wimmelt es da von Touristen, aber zu dieser Zeit sagen sich da Fuchs und Hase gute Nacht. Wenn man sich mal den Dschungel und die Luftfeuchtigkeit wegdenkt, dann könnte einen dieser Ort doch schon sehr an Furtwangen erinnern. Beide Orte sind am Arsch der Welt, mitten im Tal und die hälfte der Einwohner sind Leute, die da nicht so richtig ins Bild passen. In Furtwangen sind es Stundenten in einem Rentnerkaff, in Pai sind es tonnenweise emigrierte Ausländer, die außer Geld verbraten, nicht viel zu tun haben.
Es gibt sogar in beiden Orten eine Fubar!
Auch sonst läuft das Leben dort ähnlich ab. Tagsüber wird die Stadt von den einheimischen Dominiert, aber nachts kommen die Einwanderer aus allen Nischen gekrochen, um sich dem Alkoholkonsum zu ergeben.
Zuerst kommt einem da alles etwas extrem Still von (vor allem wenn man vorher in Bangkok und Chiang Mai war). Wenn man sich aber daran gewöhnt hat, will man da eigentlich gar nicht mehr weg. Wenn mein Flug nicht heute von Chiang Mai nach Surat Thani gehen würde, wäre ich vermutlich immer noch in Pai.
Ein gutes Beispiel ist die Geschichte, die mir ein emigrierter Engländer erzählt hat: Ein Franzose kam nach Pai, um sich dort eine Woche lang umzusehen und hat den Ort seit 26 Jahren nicht mehr verlassen.
Aber ich glaube es ist schwer zu erklären, wenn man es nicht schon einmal gesehen hat.
Autor: Stefan, um 11:26 Uhr
Eigentlich war ich ja schon immer ein Schussel, aber auf so einer Reise kann das unter umständen teuer werden. Seit Reisebeginn hab ich schon die 4 Sonnenbrille (eine in einem Auto liegen lassen, 2 kaputt gemacht), meine 4 Mütze (1 weggeworfen, 2 im Bus vergessen) erstanden und ein paar neue T-Shirts musste ich auch schon kaufen.
Jetzt hab ich allerdings zum ersten mal etwas größeres Verloren: mein iPhone (AHHHHH). Muss mir bei nem Kneipenbesuch aus der Tasche gefallen sein. Diebstahl würde ich ausschließen, weil mir genau das schon X mal passiert ist. Nur habe ich das Telefon immer wieder gefunden.
Schade ist es vor allem um die Kontakte, die ich alle auf dem Telefon gespeichert habe. Vor allem die Kontakte aus New York, Tokyo und Orange County hätte ich noch gut gebrauchen können. Mal abgesehen davon, bin ich über meine Ungeschicktheit so sauer, dass ich hier 2 Tage grummelig durch die Gegend gestiefelt bin.
Ich klapper heut noch einmal alle Kneipen ab, ob sich nicht doch etwas gefunden hat. Aber meine Hoffnung ist da nicht groß!
*schluchtz*
Autor: Stefan, 17. Juni 2008 um 11:29 Uhr
Ich kann gar nicht ausdrücken, wie viel besser es mir hier in Chiang Mai (im vergleich zu Bangkok) gefällt. Das Hostel in dem ich wohne hat wirklich sehr viel Atmosphäre und man trifft dort haufenweise Leute. Am Sonntag hab ich den “Sunday Night Market” besucht, der nicht nur riesig ist, sondern auch eine unglaubliche Vielfalt bietet. Im Gegensatz zu Bangkok wird man da auch nicht an jedem Stand angelabert, sondern das läuft alles ganz entspannt ab.
In meinem Hostel habe ich dann für Gestern und Heute einen Trek in die Berge um Chiang Mai gebucht und ich kann nur sagen, dass das ein atemberaubendes Elebnis war. Im Preis inklusive war Elefantenreiten, ein 3 Stunden Marsch durch den Dschungel, eine Nacht in einem Dorf eines Bergvolks, am nächsten Tag noch ein 3 Stunden Marsch, Rafting und eine Fahrt auf einem Bambusboot. Aber schon alleine der Anblick der bewaldeten Hügel im Nebel wäre es wert gewesen.
Autor: Stefan, 12. Juni 2008 um 15:24 Uhr
Also ich muss zugeben, dass mein erster Tag hier schon ein kleiner Kulturshock war! Thailand ist das erste asiatische Land, dass ich besuche und da braucht man wohl ein bisschen um sich einzufühlen. Besonders die Tuk Tuk Fahrer gehen einem gewaltig auf die Nerven hier. Am Ende des Tages hätte ich sie am liebsten erwürgt
Heut hab ich mir mal wieder etwas Sightseeing gegönnt. Vor allem die Tempelanlagen (ein paar Fotos auf Flickr) habe ich mir angeschaut.
Das mit dem “Temperaturen besser aushalten” nehme ich übrigens zurück. Zwar ist es hier wirklich nicht so heiß, wie bspw. in Eilat, aber trotzdem schwitzt man ununterbrochen. So richtig geregnet hat es bisher übrigens noch nicht. Allerhöchstens etwas getröpfelt. Ich denke ich werde demnächst richtung Norden weiterziehen. Da soll es um diese Zeit etwas erträglicher sein.
Autor: Stefan, 11. Juni 2008 um 13:29 Uhr
Man sollte es kaum glauben: Die Zeit verfliegt!
Meine Zeit in Israel ist schon vorrüber und ich bin somit in der Nacht von gestern auf heute nach Bangkok weiter gereist. Meine Airline war übrigens El Al. Warum das erwähnenswert ist? Weil ich etwa 2,5 Stunden gebraucht habe, um durch die Security zu kommen. Mein kompletter Rucksack wurde durchsucht, Proben von allen Oberflächen im Rucksack genommen, um nach Sprengstoffpartikeln zu suchen und das übliche “Bin ich ein Terrorist”-Interview. Mein Einreisestempel nach Jordanien und das Beduinen-Kopftuch, dass ich mir in Jerusalem habe aufschwatzen lassen, haben mir das Leben nicht gerade leichter gemacht! Dafür war ausreichend Platz im Fußraum (im Gegensatz zur Lufthansa), auch wenn ich dieses Mal schon wieder keinen Fensterplatz bekommen habe.
Das tolle an den Flügen über Nacht: Man ist am nächsten Tag so im Eimer, da macht einem der Jetlag auch nichts mehr aus!
In Bangkok ist es gerade bewölkt und leicht regnerisch. Das erste mal seit fast vier Wochen, dass ich mal wieder eine geschlossene Wolkendecke sehe. Es ist zwar recht schwülwarm hier, aber ich scheine das besser zu verkraften, als die ca. 42° in Eilat.