Stewart Island

Autor: Stefan, 13. November 2008 um 05:12 Uhr

Von Queenstown bin ich mit Bus und Fähre über Invercargill und Bluff nach Oban auf Stewart Island weitergereist.

Stewart Island liegt in etwa 60 km unterhalb der Neuseeländischen Südinsel und hat gerade mal 450 Einwohner. Dafür besteht der Hauptteil der Insel aus einem Nationalpark, der für einen der Great Walks – den Rakiura Track – bekannt ist. Den habe ich die letzten Tage mit Elli und Niklas, zwei Deutschen, die ich dort getroffen habe, bezwungen.

Der Track besteht aus einem dreitägigen, 36km langen Marsch durch Regenwald, Schlampfuetzen und über wackelige Hängebrücken. Der erste Tag geht noch ganz gemächlich an malerischen Stränden entlang und ist recht gut ausgebaut. Den Abend verbringt man dann in einer spartanischen, aber äußerst schön gelegenen Hütte am Strand. Auch wenn das Meer dort saukalt ist (es liegt immerhin recht nahe am Polarkreis), haben wir uns einen kleinen Hüpfer ins Wasser nicht nehmen lassen… was wir nach etwa 2 Sekunden bereut haben. In der Nacht haben wir uns zwei Stunden im Wald auf die Lauer gelegt, um vielleicht einen wilden Kiwi zu erblicken. Natürlich vergeblich. Allerdings ist uns dann auf dem Weg zurück zur Hütte ein Rascheln im Gebüsch aufgefallen. Wer hätte gedacht, dass uns dann doch noch ein Kiwi, praktisch genau vor der Hausttür begegnet. Leider war es so dunkel, dass man das Tier kaum gesehen hat. An Fotos war gar nicht zu denken!

Der zweite Tag entspricht schon eher dem, was man sich von einem Track vorstellt. Die Wanderwege haben sich ploetzlich in knoecheltiefen Schlamm verwandelt und es waren ein paar recht steile Steigungen zu überwinden. Zu allem Überfluss hat sich das Wetter von klarem Himmer relativ schnell in Regenfälle verwandelt. Nach 6 Stunden Plackerei haben wir dann die North Arm Hut erreicht. Dort hätten wir die Miesmuscheln direkt vom Fels sammeln können (max. 50 Muscheln pro Person und Tag), aber keiner hatte Kochgeschirr dabei und so wurde es leider nichts mit leckeren Meeresfrüchten.

Der dritte Tag war wieder etwas einfacher und das Wetter war gut. Trotzdem sind wir fix und fertig an unserem Ziel in der Halfmoon Bay angekommen. Für den nächsten Track werde ich mir auf jeden Fall etwas mehr Gedanken über mein Gepäck machen. Wenn man drei Tage unterwegs ist, dann ist man um jedes Gramm froh, dass man nicht mitschleppen muss!