Nanjing und Qingdao
Autor: Stefan, 7. September 2008 um 15:40 UhrNach den Strapazen von Huangshan bin ich mit dem Bus nach Nanjing weiter gezogen. Eigentlich sollte Nanjing nur eine kurze Zwischenstation sein, weil es keine direkte Zugverbindung nach Qingdao gibt, aber es wurden doch noch 3 Tage.
Nanjing errang traurige Beruehmtheit durch die Kriegsverbrechen, die die Japaner hier waehrend des Sino-Japanischen Kriegs 1936 begingen. Innerhalb von 6 Wochen fielen den Massakern 300.000 Chinesen zum Opfer. Natuerlich kann man die Aufarbeitung dieser Geschichte ueberall in Nanjing finden. Vor allem aber in dem Museum, dass diesem Massaker gewidmet wurde. Das sind zwar weniger die Bilder, die man im Urlaub sehen will, aber eines hat mich doch verbluefft: Die Greuel die in dieser Zeit begangen wurden hat in Nanjing lebende Nazis dazu bewegt, eine Sicherheitszone fuer die Zivilisten zu errichten. Kaum zu glauben, wenn man eine Urkunde fuer humanitaere Hilfe von Adolf Hitler unterzeichnet sieht. Ein Musterbeispiel dafuer, wie verkehrt die Welt damals war!
Qingdao ist eher fuer was anderes begannt: Bier. Bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg war Qingdao (oder auch bekannt als Tsingtao) eine deutsche Kolonie. Ueberreste von dieser Zeit kann man hier noch ueberall finden. Romanische Kirchen, deutsche Architektur und natuerlich Tsingtao, die von den Deutschen gegruendete Biermarke, die praktisch den ganzen chinesischen Biermarkt beherrscht. Fuer 2 Yuan (etwa 20 cent) kann man hier Plastiktueten voll Bier (ja, Plastiktueten) kaufen. Ansonsten hat Qingdao noch ein paar der schoeneren Straende Chinas. Die sind zwar in keinster Weise mit denen in Thailand zu vergleichen, aber nach gut 6 Wochen Strandabstinenz und viel Inlandsreisen freut man sich ueber das, was man bekommt. Zudem kann ich sagen, dass ich in einem weiteren Meer (dieses mal das Gelbe Meer) geschwommen bin.
Nach Qingdao geht es zurueck nach Peking, wo ich meinen Flieger nach Hongkong nehme. Schon wieder ein Monat vorbei!