Autor: Stefan, 26. September 2008 um 16:41 Uhr

T?dai-ji
Originally uploaded by Stefan Kahlert
Gestern bin ich mit dem Shinkansen Super Express von Tokyo nach Kyoto weitergereist. Die Zugfahrt war so unglaublich schnell rum, ich hatte kaum Zeit ein Nickerchen zu machen. Mit ueber 300 Sachen reist es sich halt doch ganz flott.
Jetzt bin ich in dem kulturellen Zentrum Japans angekommen und man koennte alleine hier zwei Wochen mit dem besichtigen von Tempeln und Schreinen verbringen. Weil das aber wohl noch nicht genug ist, bin ich heute mit dem Zug nach Nara fuer einen Tagesausflug gefahren. Dort gibt es ebenfalls einiges an Weltkulturerbe zu sehen. Leider war das Wetter extrem schlecht und so hat das ganze nicht so richtig Spass gemacht. Ein paar Fotos gibts trotzdem (die von Tokyo sind jetzt auch online).
Nach all den Tempeln von Thailand bis China habe ich zwar so langsam gestrichen die Nase voll davon, aber von den Gaerten Japans geht eine Faszination aus, die nur schwer zu beschreiben ist. Man kann sich dort auf eine Parkbank setzen und fuer Stunden die Zeit vergessen. Auch wenn ich denke, dass ich schon alles gesehen habe und es eigentlich nichts mehr neues gibt, zieht es mich doch immer wieder dort hin. Jeder der schon einmal das Glueck hatte einen japanischen Garten zu besuchen, weiss wohl, was ich meine.
Eine meiner letzten Anschaffungen in Hong Kong war das Buch “Memoirs of a Geisha” (hierzulande vor allem Bekannt unter der Verfilmung “Die Geisha”), dass ich gerade lese. Vor ein paar Stunden hats mir fast die Socken ausgezogen, als ich begriffen habe, dass das Buch nicht nur in der Stadt spielt, in der ich mich gerade befinde, sondern praktisch um die Ecke. Ich wohne etwa 2 Gehminuten von der Strasse Shilo im Stadtteil Gion weg, in dem die Handlung (zumindest in den ersten 60 Seiten) hauptsaechlich stattfindet.
Autor: Stefan, 22. September 2008 um 13:11 Uhr
Schon nach einem Tag in Tokyo hat sich so ziemlich alles bestaetigt, was man so von dieser Stadt hoert. Da gibt es das undurchsichtige oeffentliche Nahverkehrsnetz: Wenn man den Netzplan von Tokyo anschaut, trifft einen fast der Schlag! Es gibt gut hundert Stationen und 3 unabhaengige Verkehrswege: JR (was wohl einer S-Bahn am naechsten kommt), Metro (naja, die Metro halt) und Toei (auch so ne Art U-Bahn). Die Fahrplaene sind nur selten in Englisch und die Preisangaben schon gar nicht. Die Automaten kann man zwar meist auf Englisch umstellen, aber das bringt einem nicht viel, wenn man nicht weiss, wieviel man zahlen muss. Ein Transferticket von einem MTR-System zu einem anderen zu kaufen, kann man schon mal voellig vergessen! Wenigstens gibt es spezielle Automaten, wo man sein Ticket korrigieren kann, wenn man schon wieder zu wenig gezahlt hat (was die generelle Taktik ist).
Metros waehrend der Rush Hour sind eine Sache fuer sich. Zwar hab ich noch keine Schaffner gesehen, die Leute in die Bahnen quetschen, aber die Fahrgaeste alleine draengeln schon genug.
Auch die Preise koennen gewaltig sein. Man muss schon sehr vorsichtig sein, was man hier kauft. Man kann zwar Mittagessen fuer 350 Yen (ca. 3Euro) bekommen, aber auch 500Yen fuer einen Pfirsich bezahlen (auch wenn dieser ueberaus koestlich aussieht).
Die Schuluniformen japanischer Maedchen koennen nur einem kranken Geist entsprungen sein. Warum die Roecke so derartig knapp geschnitten sind, kann ich mir beim besten Willen nicht erklaeren. Allerdings weiss ich auch nicht, ob die Maedchen sich absichtlich die Klamotten zwei Nummern zu klein besorgen. Auf jeden Fall scheint das, zusammen mit einem Haufen Maenner in beengten Zuegen zu einigen Problemen zu fuehren. Deshalb gibt es extra Frauenabteile, weil Grabschereien nicht der Seltenheit angehoeren.
Wie gesagt: Das und hundert andere Sachen sind das, was wir von Japan kennen. Naechstes mal versuche ich mal die unbekannte Seite zu beleuchten.
Autor: Stefan, um 12:39 Uhr
Nachdem meine Zeit in Hong Kong nun zu Ende ist, hier noch ein paar letzte Eindruecke:
Nach langem Herauszoegern habe ich noch den Victoria Peak besucht, von dem man wohl eine der beeindruckendsten Aussichten weltweit hat. Etwa 400m hoch, kann man davon fast komplett Downtown Hong Kong sowie Kowloon und die Buchten im Sueden sehen. Die beste Zeit den Gipfel zu besuchen ist kurz vor Sonnenuntergang, wenn man die Stadt noch bei Tag sieht, aber auch vom kuenstlichem Licht erleuchtet.
Das Nachtleben in Hong Kong ist verblueffend unspektakulaer. Es gibt eigentlich nur zwei Gegenden, in denen man Bars findet. Da gibt es Lan Kwai Fong, wo praktisch nur Touristen rumrennen, ein Bier nicht unter HK$ 60 (ca. 6 Euro) zu haben ist und man gerne mal zu 7-Eleven (den 24h Supermaerkten) ausweicht, weil man dort etwa ein 12tel vom Preis zahlt. Alternativ hat man noch Wan Chai, den Rotlichtbezirk Hong Kongs, wo man mitunter auch mal ein schnaeppchen ausserhalb der Happy Hour machen kann. Aber was fuer eine Klientel man da findet, muss ich wohl nicht erwaehnen. Eine Gegend, die bei den Einwohnern populaer ist, konnten wir auch nach viel Rumfragen nicht finden. Schade eigentlich.
Allgemein ist das einzig guenstige, was man in HK bekommen kann Computerhardware. Da kann man mitunter schon kleine Subnotebooks fuer 300 Euro bekommen. Selbst Apple Hardware ist nur in den USA guenstiger zu bekommen. Ansonsten kann man sehr viel Geld an einem Tag liegen lassen, was mir vor allem nach meinem letzten Abend vor meinem Flug schmerzhaft bewusst wurde! Aber naja… wie oft ist man schon in Hong Kong?
Autor: Stefan, 17. September 2008 um 17:08 Uhr

The world’s biggest lasershow
Originally uploaded by Stefan Kahlert
Ja, was soll ich sagen. Auch wenn ich am Anfang nicht so von Hong Kong begeistert war, hab ich eigentlich eine recht gute Zeit hier.
Man kann doch mehr machen, als man vielleicht zuerst denkt. So habe ich sogar meinen Aufenthalt hier um zwei Tage verlaengert, weil mir der Zeitplan sonst etwas eng geworden waere.
In den aktuellen Fotos kann man sowohl die typische Seite Hong Kongs sehen, als auch die etwas unbekanntere. Leider habe ich im moment keine Fotos von den Straenden und Buchten hier, aber die werden nachgereicht, sobald ich Sean dazu ueberreden kann, mir seine Bilder zu kopieren.
Auf jeden Fall war ich ueberrascht, dass HK sehr viel groesser ist und sehr viel mehr Natur hat, als ich besher angenommen habe.
Autor: Stefan, 15. September 2008 um 09:49 Uhr
Wer kennt nicht dieses Gefuehl wenn man die Spuelmaschine oeffnet, kurz nachdem das Spuelprogramm durchgelaufen ist? Wie einem die Hitze und Feuchtigkeit entgegenschlaegt, einem der Atem kurz stehen belibt?
Nun, das erlebe ich im Moment in Hong Kong jedes Mal, wenn ich die Tuer von meinem Hotel, die U-Bahnstationen, Einkaufszentren – und damit klimatisierte Zonen – verlasse. Ich war nicht ganz darauf vorbereitet wieder in ein 35+ Grad warmes Gebiet einzureisen. Nach den recht kuehlen Gebieten von Huangshan und Qingdao, sowie den derzeit gemaessigten Temperaturen von Peking hats mich am Flughafen fast aus den Latschen gehauen.
Das mit der “Drei Sommer in Folge”-Idee scheint mir mehr und mehr eine dumme Idee zu sein. Wahrscheinlich werde ich erst ab Februar wieder Temperaturen unter 25 bis 30 Grad erleben. Von Australien im Dezember will ich gar nicht sprechen. Und dabei mag ich doch heisses Wetter eigentlich gar nicht!
Autor: Stefan, 13. September 2008 um 17:14 Uhr

The Olympic Flame
Originally uploaded by Stefan Kahlert
Qingdao war eigentlich mein letzter Stop in China (Festland), aber ich musste natuerlich zurueck nach Peking um meinen Flug nach Hongkong zu bekommen.
Die zusaetzliche Zeit wollte ich noch nutzen um den Summer Palace und das Olympic Green zu besuchen. Da jetzt im Moment natuerlich noch die Paralympics sind, bestand das gleiche Problem, wie waerend der Olympiade: Das Green ist hermetisch abgeriegelt. Schliesslich konnte ich fuer einen humanen Preis von 8 Euro ein Ticket von einem Schwarzmarkthaendler erstehen und hab mich in Richtung Vogelnest aufgemacht.
An dem Tag waren hauptsaechlich die 400m Laeufe fuer verschiedene Behinderungsklassen (kann man das so nennen?) angesetzt. Wie mir angeraten wurde habe ich mich schon frueher aus dem Stadion verdrueckt um die Daemmerung auf dem Olympic Green zu sehen. Es ist wirklich eine Schande, dass das Green nicht jedem zugaenglich gemacht wurde, denn es ist wirklich wunderschoen. Die Atmosphaere laesst einen die Zeit vergessen und ratz-fatz waren 4-5 Stunden rum, die ich einfach nur mit ziellosem Rumlaufen verbracht habe. Einen Haufen Souveniers habe ich dann auch noch im Olympic Super-Store gekauft, den es in dieser Groesse und mit dieser Auswahl auch nur auf dem Green gibt.
Gestern ging dann mein Flieger nach HK und das ist – soviel kann ich schon sagen – voellig anders als China. Allerdings habe ich das auch nicht anders erwartet. Ansonsten gibts hier eigentlich fast nur Designerlaeden und Wolkenkratzer. Eine Woche fuer Hongkong scheint auf jeden Fall etwas zu lange angesetzt zu sein.
Autor: Stefan, 7. September 2008 um 15:40 Uhr
Nach den Strapazen von Huangshan bin ich mit dem Bus nach Nanjing weiter gezogen. Eigentlich sollte Nanjing nur eine kurze Zwischenstation sein, weil es keine direkte Zugverbindung nach Qingdao gibt, aber es wurden doch noch 3 Tage.
Nanjing errang traurige Beruehmtheit durch die Kriegsverbrechen, die die Japaner hier waehrend des Sino-Japanischen Kriegs 1936 begingen. Innerhalb von 6 Wochen fielen den Massakern 300.000 Chinesen zum Opfer. Natuerlich kann man die Aufarbeitung dieser Geschichte ueberall in Nanjing finden. Vor allem aber in dem Museum, dass diesem Massaker gewidmet wurde. Das sind zwar weniger die Bilder, die man im Urlaub sehen will, aber eines hat mich doch verbluefft: Die Greuel die in dieser Zeit begangen wurden hat in Nanjing lebende Nazis dazu bewegt, eine Sicherheitszone fuer die Zivilisten zu errichten. Kaum zu glauben, wenn man eine Urkunde fuer humanitaere Hilfe von Adolf Hitler unterzeichnet sieht. Ein Musterbeispiel dafuer, wie verkehrt die Welt damals war!
Qingdao ist eher fuer was anderes begannt: Bier. Bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg war Qingdao (oder auch bekannt als Tsingtao) eine deutsche Kolonie. Ueberreste von dieser Zeit kann man hier noch ueberall finden. Romanische Kirchen, deutsche Architektur und natuerlich Tsingtao, die von den Deutschen gegruendete Biermarke, die praktisch den ganzen chinesischen Biermarkt beherrscht. Fuer 2 Yuan (etwa 20 cent) kann man hier Plastiktueten voll Bier (ja, Plastiktueten) kaufen. Ansonsten hat Qingdao noch ein paar der schoeneren Straende Chinas. Die sind zwar in keinster Weise mit denen in Thailand zu vergleichen, aber nach gut 6 Wochen Strandabstinenz und viel Inlandsreisen freut man sich ueber das, was man bekommt. Zudem kann ich sagen, dass ich in einem weiteren Meer (dieses mal das Gelbe Meer) geschwommen bin.
Nach Qingdao geht es zurueck nach Peking, wo ich meinen Flieger nach Hongkong nehme. Schon wieder ein Monat vorbei!
Autor: Stefan, 1. September 2008 um 11:30 Uhr

Huangshan
Originally uploaded by Stefan Kahlert
Nach Shanghai hab ich Hunagshan als naechstes Reiseziel gewaehlt. Laut Lonely Planet soll sich hier einer der schoensten Berge Chinas befinden.
Zuerst habe ich aber von meinem Hostel aus eine Tour in die zwei Doerfer Hongcun und Xidi gebucht. Beide sind unter dem Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe und beide sind Beweis dafuer, dass das nicht zwangslaeufig ein Qualitaetssiegel ist. Zwar sind die Doerfer ganz huebsch, aber kaum die Muehe wert.
Die letzten zwei Tage habe ich dann auf dem Gipfel des Huangshan (Gelber Berg) verbracht. Zuerst war es mal ein muehseliger Aufstieg von knapp ueber zwei Stunden. Natuerlich hat es auf halben Weg angefangen in Stroemen zu regnen und wir sind bis auf die Knochen durchnaesst auf 1600m hoehe angekommen. Fuer mich war dann erst einmal ausruhen angesagt. Alles andere waere Sinnlos gewesen, weil die Sicht kaum ueber 50m war. Gegen Abend hat sich das Wetter aber schlagartig verbessert und ich konnte eine atemberaubende Aussicht vom Bright Summit geniessen. Ein paar der schoensten Fotos habe ich bereits hochgeladen.
Anstrengend war die Sache allerdings schon. Insgesamt habe ich wohl ueber 2km Hoehenunterschied ueberwunden, denn es gibt auf den weitlaeufigen Gipfeln nur Treppen rauf oder Treppen runter. Alleine der Aufstieg aus dem Tal bestand aus 6km (Luftlinie) Treppen.
Laut Reisefueher haben hunderte Poeten und Maler Inspiration auf diesem Berg gesucht und wenn man die Bilder sieht, muss man sich nicht mehr die Frage nach dem Warum stellen!