In vielerlei Hinsicht erinnert Island an Neuseelands Suedinsel. Berge, Fjorde, Gletscher, Vulkane, unberuehrte Natur und spaerrliche Besiedelung. Aber alles noch mal ein bisschen extremer. An natuerlichen Resourcen hat Island nicht viel zu bieten, was die abenteuerlichen Preise im Supermarkt kaum verwunderlich macht.
Das einzige was es hier wirklich im Ueberfluss gibt ist genau das, woran es ueberall sonst mangelt: Energie. Hier spart wirklich keiner an heissem Wasser, weil es praktisch ueberall aus dem Boden sprudelt. Sogar die Strassen in Reykjavik werden im Winter mit einer Art Fussbodenheizung im Teer beheizt, um sie von Frost frei zu halten. Die Duschen im Hostel haben nur einen Heisswasserhahn und wenn man den Aufdreht, feuert einem der Strom von Thermalwasser mit dem Druck eines Feuerloeschschlauchs entgegen. Der Nachteil: Mit der selben Intensitaet schlaegt einem schwefelige Geruch von faueln Eiern entgegen!
Das Hightlight war wohl die dreitage Autorundfahrt entlang des Þjóðvegur Nr 1, der Ringstrasse, die um die gesamte Insel fuehrt. Ein oder zwei Abstecher entlang der Schotterstrassen ins Hinterland waren da auch mit dabei. Die Blaue Lagune war auch ein tolles Erlebnis, hatte allerdings den bitteren Beigeschmack von Touristenabzocke. Bei einer 150 prozentigen Preissteigerung seit letztem Jahr koennte ich die Waende hochgehen.
Wenn man an Island denkt, fallen einem nicht unbedingt hervorragende Tauchbedingungen ein, denn kaum einer weiss, dass sich hier eines der beeindruckensten Tauchgebiete weltweit befindet: Silfra im Thangvillir Nationalpark. Okay: Es gibt da praktisch keine Fische und auch sonst kaum Leben, aber dafuer eine Sichtweite von (weit) ueber 100 Metern. Taucher machen bei dieser Zahl grosse Augen, weil man sich sonst schon ueber ein drittel dieser Sicht gluecklich schaetzen kann.
Wenn man nach dem Tauchgang aus dem See steigt ist man erst mal sprachlos. Nicht nur, weil das Wasser um den Gefrierpunkt die vom Trockenanzug ungeschuetzte Gesichtspartie voellig laehmt, sondern weil das Erlebnis mit nichts zu vergleichen ist. Hoechstens vielleicht mit Schwerelosigkeit im All. Mit dem mit Luft vollgepumpten Trockenanzug fuehlt man sich dann voellig wie ein Astronaut. Fotos kommen bei naechster Gelegenheit, aber die werden der Sache nicht gerecht.
So, genug gelabert… man sieht sich demnaechst zu Hause.